Mambo Kurt Opas Panzer, Nenas Vater und 24.000 Euro

Ich treffe Mambo Kurt, den Heimorgelgott zuhause. Wir machen die Fotos für die 20- Jahre Jubiläumstour. Grüner Hintergrund, rote Plastikrosen, wir stellen das Foto nach, das wir 1997 als allererstes Motiv fotografiert haben.

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MK  Das ist der allererste Anzug, der aus der Altkleidersammlung, sozusagen das Original. Den ziehe ich nur noch für Fotos an. Die Bühnenanzüge lasse ich nachnähen. Inzwischen habe ich bestimmt schon 15 Anzüge verschlissen. Sie halten etwa anderthalb Jahre. Danach riechen sie ziemlich würzig.

MS Und Heimorgeln verschleißt du bestimmt auch immer wieder?

MK  Ja, ich kaufe immer neue bei Ebay. Zum Beispiel um sie in Wacken zu zertrümmern. Früher habe ich im Netz meine Orgeln für 15 Euro kaufen können, inzwischen muss ich 60 bezahlen. Ich denke, weil ich diese Orgel so berühmt gemacht habe.

MS  Glaubst Du das liegt wirklich an dir?

MK  Ja, im Netz wird sogar oft explizit eine Mambo-Kurt-Orgel angeboten. Meistens inseriert die Witwe oder die Familie des gestorbenen Heimorgelspielers. Ich gehe immer in zivil da hin und es hat mich noch nie jemand erkannt. Ich sage den Witwen natürlich nicht, dass ich die Orgel zerhacken möchte, sie haben das gute Stück ja ihr halbes Leben geputzt.

MS Weißt Du wieviele Orgeln in Deutschland verkauft worden sind ?

MK Keine Ahnung, aber früher stand gefühlt in jedem vierten Haushalt ein Orgel. Es müssen Millionen sein. Die waren ja wirklich hip. Die Hochphase war von 77 bis 81. Dann war Schluss, weil dann Keyboards mit Digitaltechnik auf den Markt kamen. Die konnten mehr, waren billiger und nicht so wuchtig. Meine Heimorgel ist das letzte große analoge Modell. Eine Yamaha  Electone D 85.

MS Ich erinnere mich an Bontempi-Werbung im Fernsehen…

MK   Es gab viele Hersteller. Aber um Yamaha einmal zu loben, die haben immer ihre Profitechnik auch in die Holzgehäuse gebaut. Der Vorgänger meiner Orgel war das teuerste Instrument aller Zeiten. Es hat soviel gekostet wie zwei Einfamilienhäuser. Emerson Lake and Palmer und Abba waren damit auf Tour. Davon gibt es nur siebzehn Stück auf der Welt.  Dieselbe Technik wurde später auch als Synthesizer gebaut, der hieß dann GX 80. Die gesamte Musik vom Bladerunner ist damit gemacht worden. Sozusagen mit meiner Heimorgel.

MS Heimorgel bedeutet, sie muss aussehen wie ein Möbelstück?

MK Meine Definition ist: Zwei Reihen Tasten, ein Rhythmusgerät und außen Holz. Dann ist es eine Heimorgel. Es gibt immer noch Hersteller die Heimorgeln bauen, aber heute sollen sie schick aussehen, so wie ein ICE innen. Ich finde das scheiße. Gitarristen spielen ja auch auf ihren alten Gitarren. Übrigens war es  schon immer der Fehler der Orgelspieler, wie Originalinstrumente klingen zu wollen. Eine Trompete hört sich auf einem Keyboard nie original an. Ich verändere nichts am Sound, ich spiele genau das, wofür mein Instrument gebaut ist. Wenn man den Rhythmus anschaltet, kann man nicht anders, man muss tanzen.

MS Aber grooven tut der Rhythmus ja nicht gerade?

MK Nein, der ist voll mechanisiert, da groovt nichts. Der Groove kommt durch das, was ich dazu spiele, schlechte, dreckige, kurze Einwürfe. Ich habe ausprobiert, das Schlagzeug lebendiger oder mein Spiel exakter zu machen, das klingt dann nicht mehr. Das ist der Mambo-Kurt-Effekt. Kontrolliertes Chaos, so wie bei den Stones. Es hört sich immer an, als würde gleich alles auseinanderbrechen.

MS Wieviele Orgeln hast du schon kaputtgehauen?

MK  Och, so zehn ungefähr. Ich habe schon auf sehr viele Arten Orgeln kaputt gemacht. Eine habe ich im Garten verbrannt, mit einer anderen bin ich durch die Waschstraße.   In Wacken habe ich eine auf der Bühne mit der Kettensäge zerstört. Für das Video davon habe ich bei YouTube einen virtuellen Orden bekommen, wegen der vielen Klicks. Ich war in der Woche sogar vor Madonna. Mit der Kettensäge ist das übrigens gar nicht so einfach ist, es sind wahnsinnig viele Schrauben und Metallteile in einer Orgel verbaut. Jetzt raspel ich mit der Säge nur noch obendrauf ein wenig rum und nehme dann den Vorschlaghammer. Einmal haben auf der Bühne  zwei Go-go-Girls den Hammer geschwungen.

MS Das ist sexistisch.

MK Ja das stimmt, aber der Veranstalter wollte unbedingt Mädchen auf der Hauptbühne haben. Es waren zwei Leipziger Mädchen im Fummel. Die haben das sehr überzeugend gemacht. Sie waren angsteinflößend.

Ich schau auf dem Display meiner Kamera schnell die bisher geknipsten Bilder an.

MS  Du siehst aus wie einer….

MK …….der keine Haare mehr hat?

MS  Nein, wie einer, der mit Blumen vor seiner Geliebten steht. Aber ich erinnere mich an so eine Rudi-Völler-Frisur.

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MK  Lange her, damals hat mein Körper instinktiv gemerkt, dass bald die Haare ausgehen und mich gezwungen, sie noch ein letztes Mal wachsen zu lassen. Es war ein Volahila. Vorne lang und hinten auch lang. Schöne Locken habe ich gehabt.

MS So haben wir das Cover für die Extase-CD fotografiert.

MK Mein Lieblingscover war das von Highway to Hell. Das haben wir auf dieser gesperrten Straße gemacht.

MS Oh ja, daran erinnere ich mich gut. Ich erzähle immer allen, wie frech du dort zu einem Rentner warst. Die Straße war ja wegen Bergschäden gesperrt und dieser Opa hat von weitem gerufen: „Geht da weg, watt ihr da macht is gefährlich, “  Und du hast zurückgebrüllt: „Hömma, ihr habt vor 50 Jahren halb Europa überfallen, datt war gefährlich! “

MK  Echt, das habe ich gesagt ? (lacht) Kann ich mich nicht mehr dran erinnern. Der Spruch kommt bestimmt von meinem Opa. Der hat immer viel über den Krieg erzählt. Mir ist aufgefallen, dass, überall wo mein Opa mit seinem Panzer war, ich inzwischen mit meiner Heimorgel hingefahren bin. Das ist doch toll! In Norwegen bin ich oft, ich war schon in Russland, in Belgien, Holland und Frankreich. In London habe ich in dem Club gespielt wo die Boomtown Rats angefangen haben. Das war in Chelsea. In der Schweiz hatte ich in einem Hotel dasselbe Zimmer wie vorher Kurt Cobain. Und danach ist er sehr groß geworden.

MS Wegen dem heißt du Mambo Kurt?

MK Bei meinem ersten Auftritt habe ich ein Stück von Nirvana gespielt und die Ansage gemacht, jetzt kommt ein Stück von Mambo Kurt. Und dabei bin ich dann geblieben. Inzwischen steht Mambo Kurt als Künstlername in meinem Ausweis. Ich buche jetzt offiziell als Mambo Kurt Flüge und Hotels. Mach doch bitte noch ein Foto von meiner Jubiläumsaktion.

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Mambo setzt sich zwei Lesebrillen auf, baut kleine Orgeln aus braunen Legosteinen und beklebt mini Diskokugeln mit Strasssteinen.

MK Ich schenke jedem Club so einen Lego-Mambo Kurt. Das ist mein Dank zum 20 jährigen Jubiläum. Die Bastelei ist eine schöne Beschäftigung für lange Winterabende.

MS Schau bitte sehr ernst, wenn man drei Brillen auf der Nase hat lächelt man nicht.

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MS Du bist schon ein Frickler?

MK Bei den Orgeln muss ich alles selber machen. Ich baue die Orgeln um, damit sie für Tourneen geeignet sind. Normalerweise sind die Dinger bleischwer. Ich schmeiße die Lautsprecher raus, bringe versteckte Griffe an und baue ein Fach für die Diskokugel ein.  Dann baue ich MIDI-Technik und ein kleines Mischpult ein, um alles mit der Bühnenanlage zusammenzubringen. Ich habe mir auch eine Orgel aus Karbon gebaut. Die wiegt nur 27 Kilo und ich kann sie in zwei Koffern verpacken; damit kann ich ohne Probleme fliegen.

MS Du hast also Karbon von außen mit Holzimitatfolie beklebt?

MK Nein ich habe das schon schön gemacht, mit echtem Furnier. Lustig ist das mit den Roadies. Ich sage denen immer, dass die Orgel sehr leicht ist, aber sie glauben das nie und schmeißen das Ding beim Anheben immer fast in die Lichttraversen.

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MS Du hast früh deine Memoiren geschrieben?

MK Ziemlich früh, finde ich auch. Der Verlag ist auf mich zugekommen und sie wollten das Buch machen. Meine Fans sagen, es sei das beste Buch der Welt, weil man es in zwei Stunden durchlesen kann.

MS Lesen deine Fans nicht so gerne?

MK Ich glaube, sie lesen nicht so gerne. Auf Tour verkaufe ich auf jeden Fall mehr CDs als Bücher. Die Weihnachts-CD läuft gut. Die CD heißt einfach nur Weihnachten, den Namen hat Theresa ein kleines Mädchen aus der Nachbarschaft erfunden. Ich habe sie gefragt, wie die CD heißen soll, und sie sagte (macht eine Kinderstimme nach) „Weihnachten“. Ich habe das recherchiert, es war die erste Platte, die einfach nur „Weihnachten“ hieß und nicht so etwas wie  „ Romantische Weihnachten“ oder „Goldene Weihnachtshits“. Ein Jahr später hat Helene Fischer dann diesen Titel geklaut. Wobei, ich kann mich nicht beschweren, ich spiele nur Coverversionen, ich klaue ja sozusagen immer.

MS Manchmal kommen ja auch zwei Doofe auf denselben Gedanken?

MK  Klar, ich hatte zum Beispiel schon lange die Idee, eine Konstruktion für meinen Bus zu machen um auf matschigen Festivalgeländen eine Seilwinde dabei zu haben.               Es ist so eine Art Rolle und Seil, die man am Reifen befestigt. Genau so etwas habe ich jetzt von einer australischen Firma auf Pinterest gesehen. Und mit denen habe ich garantiert keinen Kontakt gehabt.

MS Leider etwas zu spät!

MK Ich hatte schon immer viele lustige Ideen. Zum Beispiel wollte ich in den 80igern  einen Lawinenrucksack konstruieren, so einen großen Ballon, der sich aufbläst und den Menschen oben hält. Sozusagen der Airbag für Skiläufer. Inzwischen gibt es das schon, so ist das, wenn man da nicht am Ball bleibt. Ich hatte auch schon vor sehr langer Zeit die Idee für ein System im Auto, das schon vor einem Unfall reagieren kann, die Bremse aktiviert und die Gurte strafft.  Ausserdem sollte in meinem System die Stoßstange 50 Zentimeter ausgefahren werden um den Prellweg zu verlängern. Ich freue mich  auf die selbstfahrenden Autos. Ich weiß, viele sehen das kritisch, aber zum Beispiel mein Vater, der ist 80 und fährt gerne 180. Ohne ihm zu nahe treten zu wollen, aber die Chance, dass er bei diesem Tempo einen gefährlichen Fehler macht ist bestimmt höher, als die, dass das System komplett versagt. Ich glaube, in zwanzig Jahren sitzen wir alle in selbstfahrenden Autos und essen Insektenburger.

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MS Eigentlich bist du ja Arzt?

MK Genau, ich zahle im Jahr zehn Euro an die Ärztekammer und bin dort als Arzt ohne ärztliche Tätigkeit geführt. Deshalb bekomme ich die Ärztezeitung. Neulich gab es darin eine Überschrift: „Der Druck auf Ärzte wächst“ . Ehrlich, das habe ich schon 1997 gespürt, und ich bin sehr froh, nicht Arzt geblieben zu sein.

MS Könntest Du denn noch als Arzt arbeiten?

MK So wie gerade gesucht wird, würde ich wahrscheinlich sogar einen Job finden können. Aber ich bin schon zwanzig Jahre raus. Ich würde niemandem empfehlen, mich in eine Intensivstation zu schicken, die wäre dann schnell leer. Ich war Chirurg. Manuell habe ich das sicher gut gemacht, aber ich bin nicht mit der Arbeitsbelastung fertig geworden. Chirurgen finde es geil, 14 Stunden zu arbeiten, dann einen Kaffee zu trinken und weiter zu machen. Nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es toll finden. Ich bin ein Freund des frühen Feierabends. Ich habe gerne operiert, aber nach sechs Stunden hat es mir gereicht. Und deswegen ist es sicherlich besser für die Menschheit und mich, dass ich nicht mehr in einem Krankenhaus arbeite. Und das werde ich auch mit Sicherheit nicht mehr machen. Höchstens mache ich einmal eine Privatklinik auf. Pferdetherapie für gestresste Manager.

MS Brauchen die Therapie?

MK Ich lerne Menschen ja immer kennen, wenn sie feiern, nachts auf den Parties. Und ganz viele Reiche und Erfolgreiche fangen, wenn sie richtig einen getrunken haben, an zu jammern, wie scheiße ihr Leben sei. Das Gehalt ist dann auf einmal nur noch Schmerzensgeld und auf der Arbeit sind die Kollegen alle scheiße. Trotzdem kaufen sie sich ständig neue Autos zum Angeben, haben ein dickes schönes Haus, aber Sorgen wegen der Schulden. Da liegt das eigentliche Problem der heutigen Zeit. Alles ist Protzerei, Angabe und Statusdenken. Damit machen sich die Menschen ihr Leben selber schwer.

MS Deine Lösung ?

MK Natürlich braucht man bis zu einem gewissen Grad Geld. Um genau zu sein sind das in Deutschland 24.000 € im Jahr. Alle Selbständigen, die ich kenne haben schlechte Laune, wenn sie weniger als 24.000 € verdienen. Und sie haben gute Laune, wenn sie mehr als 24.000 € verdienen, aber die Laune steigt nicht proportional, wenn sie 124000 € oder gar 524000 € verdienen. Der Stress, an das zusätzliche Geld zu kommen, der steigt enorm. Mit 24.000 € kann man ein cooles und stylishes Leben führen. Natürlich nicht mit den neuesten Sachen. Aber zum Beispiel kann man für 600 € eine 12 Zylinder-Limousine kaufen und ich bin sicher, die fährt im Alltag auch nicht schlechter als ein Neuwagen. Mein Steuerberater empfiehlt immer, einen neuen Tourbus zu kaufen, um Steuern zu sparen. Ich will das nicht, solange der alte noch fährt, schon allein wegen der Umwelt. Diese ganzen Statussymbole, wie Sportwagen, großes Haus und junge Geliebte, die geben mir nichts. Deshalb jammere ich auch nach vier Bieren nicht, ich bin dann immer noch glücklich. Ich finde, die Menschen haben viel zu viel Angst um ihren Wohlstand und die ist unbegründet. Das Leben geht immer weiter.

MS  Zumal, das Gehirn ja ganz anders funktioniert. Die Freude über die 100 PS mehr vergeht ja ganz schnell, man gewöhnt sich dran.

MK  Genau, und dann kommt der Nachbar und hat nicht 100 sondern 120 PS mehr.  Noch funktioniert die Industrie so, höher schneller weiter. Am schlimmsten ist da die Unterhaltungselektronik. Ich bring ja öfter alte ausgeschlachtete Orgeln zum Elektroschrott. Es ist unglaublich, was da an Geräten steht, wo vielleicht nur ein Kabel oder die Sicherung kaputt ist. Diese Verschwendung  ärgert mich. Mal sehen, vielleicht gehe ich ja noch in die Politik.

Mambo legt sich auf das Sofa und schließt die Augen.

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MS Das sieht fast aus wie Psychotherapie. Hilft Künstlersein gegen das Verrücktwerden?

MK  Glaube ich nicht. Was einen wirklich erdet ist es, vor und nach der Show die Brocken selbst auf- und abzubauen. Bei der Show fühlst du dich ganz oben, der Applaus, die tanzenden Fans. Danach baust du dann in aller Ruhe die Orgel ab. Ziehst die Stecker, baust alles auseinander und packst es in dein Auto. Das bringt dich runter. Danach kann ich ja immer noch mit den Fans ein Bier trinken gehen. Newcomerbands, die gerade ihren ersten Plattenvertrag haben, machen da oft Fehler. Sie begreifen nicht, dass  die Plattenfirma ihnen nichts schenkt. Dass sie den ganzen Aufwand, den Nightliner und die vielen Hands und Roadies von ihren Plattenumsätzen abgezogen bekommen. Diese Halbberühmten sind oft ziemlich großkotzig. Sie meinen sie müssten so ein Rockstarleben leben, viel saufen vor dem Gig und sich schlecht benehmen. Ich habe auf Festivals schon einige vor dem Auftritt kotzen sehen.

MS Wahrscheinlich Lampenfieber plus Alkohol?

MK Ja klar, Lampenfieber plus Alkohol, aber auch diese Idee, sich als Rockstar beschissen benehmen zu müssen. Wobei, ich finde, alles ist ok, solange die Leute unterhalten werden. Du kannst unterhaltsam besoffen oder größenwahnsinnig sein, die Leute müssen nur ihren Spass dabei haben. Ein Problem wird das, wenn das irgendwann niemandem mehr gefällt. Die Kunst in dieser Branche ist es, länger als zwei Jahre dabei zu sein und dabei nicht drogenabhängig oder suizidgefährdet zu werden.

MS  Ich finde einige Popstars sind doch deshalb so strahlend und überzeugend, weil sie schon vor ihrer Karriere einen Hau haben.

MK Da gibt es bestimmt einige.  Ich finde übrigens, dass Deutschland viel zu wenig wirklich unterhaltsame Künstler hat. Also so echte Künstler im Wortsinn. Ich habe großen Respekt vor Helene Fischers Karriere und Können, aber sie führt doch eigentlich nur ständig ihr eigenes Helene-Fischer-Musical auf und ist vor allem eine Arbeitsbiene vor dem Herrn.

MS Was ist für dich ein echter Künstler?

MK Gute Frage, so eine strahlende, leicht gebrochene und wirklich interessante Persönlichkeit. So eine können die Deutschen vielleicht gar nicht mehr hervorbringen. Rio Reiser war wohl der letzte. Der war so verletzlich, hat sich die Seele rausgeschrien und hatte tolle Texte. Obwohl Grönemeyer macht auch tolle Texte.

MS Na ja.  Ich finde, der singt so häßlich abgehackt.

MK Seine Stimme ist halt erkennbar. Weißt du was los ist, wenn der hier im Stadion „Bochum“ singt, dann ist aber Götterdämmerung. Große Bands musst du nach zwei Takten erkennen. Herbert klingt wie Herbert, Metallica wie Metallica, Rammstein wie Rammstein und Mambo Kurt wie Mambo Kurt.  (lacht)

MS Jetzt machen wir noch ein letztes Bild, ich will so ein ganz cooles, billiges Licht, wie ein Aufsteckblitz. So ein Jürgen-Teller-Licht.

MK Jürgen Teller?  Sagt mir nichts.

MS Großartiger deutscher Fotograf.

MK: Ich kenne nur einen großen deutschen Fotografen und das bist du. (lacht)

MS Sehr nett, aber sehr großer Quatsch.

MK Jim Rakete kenne ich natürlich auch, weil der ja Nena gemanagt hat. Sie kommt auch aus Hagen, aus demselben Stadtteil wie ich. Ihr Vater war mein Lateinlehrer. Aber darüber erzähle ich nichts, weil sie mich dann garantiert verklagt. (lacht) Sie gilt ja als sehr klagefreudig. Ich stand mal beim Pinkeln neben einem Veranstalter der am Tag zuvor ein Nenakonzert hatte. Er war immer noch völlig verzweifelt und sagte „Lieber eine Woche lang jeden Abend „Guns and Roses“ als noch einmal Nena.“

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